Ein Meilenstein für die Zahngesundheit in Ruanda

Ein flächendeckendes Netz von Zahnärzten und eine angemessene zahnmedizinische Versorgung sind in Deutschland eine gewohnte Normalität. Doch in anderen Ländern der Welt ist die Situation sehr viel kritischer, etwa in Ruanda: Nach Informationen des Kigali Health Institute stehen für die rund 11 Millionen Einwohner von Ruanda etwa 12 ausgebildete Zahnärzte und 200 Zahntherapeuten – vergleichbar mit den deutschen Zahnarzthelfern – zur Verfügung. Zahnersatzleistungen und komplizierte Eingriffe sind in Ruanda nicht möglich. Es gibt nur zwei Universitätskrankenhäuser in Kigali und Butare sowie zwei zahnärztliche Privatpraxen in der Hauptstadt. 

Im Jahr 2015 hatte die Ruandahilfe Hachenburg bereits erste zahnmedizinische Instrumente für das Gesundheitszentrum in Gisagara, welches über 20.000 Menschen in der Region medizinisch versorgt, beschafft, so dass der Zahnmediziner Jean d’Amour Dusenge endlich in der Lage war, erste kleinere Behandlungen durchzuführen.

Nach zwei Jahren intensiver Planung, kann das Gesundheitszentrum Gisagara, ausgestattet mit einem neuen, von der Ruandahilfe Hachenburg finanzierten Behandlungsstuhl, inkl. einer umfangreichen Ausstattung, in einem neuen Behandlungsraum, eine adäquate zahnmedizinische Versorgung im Distrikt Gisagara gewährleisten.

Im Oktober reiste eine Delegation des Vereinsvorstandes auf eigene Kosten nach Ruanda und besuchte unter anderem auch das Gesundheitszentrum in Gisagara. Überaus dankbar empfing der Zahnmediziner Jean d’Amour Dusenge die Hachenburger und berichtete, wie wichtig die Anschaffung des Behandlungsstuhls für die Bevölkerung ist. In der gesamten Region gibt es keinen weiteren Behandlungsstuhl, so dass auch die umliegenden Gesundheitszentren aus den Nachbardistrikten ihre Patienten zur Behandlung in das Gesundheitszentrum nach Gisagara schicken. Um die wartenden Patienten vor Sonne und Regen zu schützen, hat die Ruandahilfe Hachenburg in den vergangenen Tagen einen Warteraum errichten lassen.

Schon seit dem Jahr 2005 fördert die Ruandahilfe Hachenburg das Gesundheitszentrum. Dank der großartigen Unterstützung vieler Spender konnten in den vergangenen Jahren unter anderem ein Krankenwagen, ein Ultraschallgerät, Entbindungsbetten und ein Wärmebett für Frühgeborene sowie zahlreiche medizinische Instrumente und Hilfsmittel beschafft werden. Auch Ärzte, wie zum Beispiel Dr. Henning Bläsig und Dr. Bernd Näther, waren immer wieder ehrenamtlich vor Ort und haben Untersuchungen durchgeführt und das Personal geschult. „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir den Menschen in Gisagara eine angemessene medizinische Behandlung ermöglichen können, die für uns normal ist, aber in dieser Form im südlichen Ruanda in keinem anderen Gesundheitszentrum gibt.“, berichtet der erste Vorsitzende Thilo Leonhardt.

Auch in Zukunft soll das Gesundheitszentrum weiter ausgebaut werden. Um dies zu ermöglichen freut sich die Ruandahilfe Hachenburg auf die Unterstützung aus der Region.    

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