Der Distrikt Gisagara befindet sich in der südlichen Provinz Ruandas und grenzt an Burundi. Er zählt 13 Sektoren, darunter den Sektor Save mit 28.243 Einwohnern und erstreckt sich über 41 Quadratkilometer. Er ist einer der Sektoren mit der höchsten Demografie im ganzen Land, mit 688 Einwohnern/Quadratkilometer. 5,6% der Einwohner von Gisagara leben mit Behinderung. Diese Beeinträchtigten Menschen sind in fünf Kategorien (definiert durch NCPD) klassifiziert: physisch, mental, hörgeschädigt, sehbehindert und Andere. Darunter einige, die sich an der Verbesserung ihrer sozioökonomischen Lage beteiligen können.

Dies gilt auch für die Förderung der Kooperative der Bienenzüchter in Save (COAPISA), welche Honig und Wachs produziert. Sie besteht aus Männern und Frauen, welche aus armen Familien in der Zelle Gatoki im Sektor Save kommen. Dort habeDSCN3926n sie eine Bienenfarm errichtet, welche traditionelle und einige moderne Bienenstöcke zur Honigproduktion betreibt. Der Ausstrahlungsbereich der Bienenzüchter ist auf den Sektor Save begrenzt. Die Motivation für den Zusammenschluss resultiert aus den physischen Behinderungen und chronischen Erkrankungen mit denen diese Menschen leben und die häufig zu Diskriminierungen und einem Mangel an Selbstbewusstsein geführt haben. Aus diesem Grund kam diese Gruppe, bestehend aus Eltern mit physischen Behinderungen und chronischen Erkrankungen und Eltern von Kindern mit Behinderungen zusammen, um eine Kooperative der Bienenzüchter zu gründen. Durch die Einnahmen wollen sie Grundbedürfnisse, sowie die Krankenversicherung, Schulgebühren und die allgemeine Verbesserung der Lebensqualität ihrer Familien stärken bzw. finanzieren.

Die Mehrheit der Bürger Ruandas sind laut MINALOC (2014) in die erste und zweite Armutskategorie klassifiziert. Nach der Entwicklungsagentur der Verwaltungseinheiten DSCN3922Ruandas, sind die Menschen der ersten Kategorie jene, welche kaum ihren grundsätzlichen Haushalts- und Nahrungsmittelbedarf decken können, während jene der zweiten Kategorie kaum in der Lage sind eine Arbeit zu finden und dank des Lohns mindestens eine oder zwei Mahlzeiten am Tag zu sich zu nehmen. Die Mehrheit der Menschen mit Behinderung im Distrikt Save gehören einer dieser beiden Kategorien an. Den oben genannten Statistiken zufolge kann eine große Zahl an Menschen mit Behinderung arbeiten, allerdings fehlen ihnen die Betriebsmittel.

Dies gilt auch für die Kooperative der Bienenzüchter aus Save (COAPISA); der Wille zu Arbeiten ist da, was die Wahl der Arbeit als Bienenzüchter zeigt. Allerdings sind die traditionelle Bienenzucht und die Honigproduktion nicht ausreichend, um ihnen das benötigte Einkommen zu verschaffen. Das größte Bedürfnis der Genossenschaft ist verbunden mit dem Überleben ihrer Familien. Die Menschen mit Behinderung versuchen alles, um weniger nach Nahrung auf den Straßen betteln zu müssen.

Manchmal müssen sogar nicht behinderte Erwachsene dieser erniedrigenden Tätigkeit nachgehen. Viele Genossenschaften von behinderten Menschen haben nicht genug Kapital DSCN3935um mehr Arbeitsplätze für ihre Mitglieder zu schaffen. Dies gilt auch für die COAPISA aus Save; es sind Menschen im Rentenalter und auch jene, die mit einer Behinderung leben, was ihnen große und profitable Aktivitäten unmöglich macht. Laut einer Studie über die Situation von Familien aus dem Jahr 2014 sind 72% der Ruander in der Landwirtschaft tätig, um die Nahrungssicherung ihrer Familien zu gewährleisten. Der Sektor Save zählt 28.243 Einwohner von denen 25% zu den Ärmsten gehören. Der Mangel an anbaufähigem Land in der Region, hat unter den körperlich Behinderten und den Nicht-Behinderten, zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit und der Bettelei geführt. Eine Ausweitung des COAPISA Bienenzucht Projekts würde die Bettelei verringern, indem es den Projektmitgliedern Einkommen schaffende Arbeit ermöglicht und so ihre Probleme mindert. Ohne eine Erweiterung des Bienenzucht Projekts ist die Kooperative aus Save weiterhin aus finanziellen Gründen nicht in der Lage, die Unterernährung, die vielen Familien in dieser Region betrifft, zu reduzieren.

Die Bevölkerung von Gisagara steht aufgrund ihrer Demographie und einem Mangel an brauchbarem Ackerland vor Problemen. Dieser Mangel an kultivierbarem Land veranlasste die Bevölkerung andere Beschäftigungsmöglichkeiten, wie die Bienenzucht, welche keine großen technischen Mittel benötigt, zu suchen. Die Genossenschaft fand ein Grundstück, auf dem es seine Bienenhäuser aufstellen konnte. Bisher sind einige hiervon installiert. Für eine Erhöhung der Qualität und Quantität des Honigs wären lediglich mehr moderne Bienenhäuser notwendig. Nach aktuellem Stand benötigt die Genossenschaft 20 moderne Bienenhäuser und entsprechendes Equipment, um hochwertigen Honig zu produzieren. Der Markt für guten Honig in Ruanda ist lukrativ, da Honig eines der wenigen Produkte auf dem ruandischen Markt ist.

Um daran teilzuhaben versucht die Kooperative die Produktion insofern zu fördern, dass sie die Flora in der Umgebung der Bienenhäuser verbessert, sodass die Bienen einfacher das Rohmaterial / die Pollen sammeln können. Dies wird es der Genossenschaft erlauben, mindestens 10 Kg Honig pro Bienenstock und Quartal zu ernten. Insgesamt würden die 20 Bienenhäuser somit 800 Kg Honig pro Jahr produzieren.

Wenn ein Kilo Honig für 2.000 RWF verkauft würde, könnte die Genossenschaft mit absoluter Sicherheit die oben beschriebenen Bedürfnisse decken. Die Unterernährung der Familien würde bekämpft und Arbeitsplätze für Genossenschaftsmitglieder, die momentan arbeitslos sind, würden geschaffen. Zusätzlich hätte die Genossenschaft eine weitere Einnahme durch den Verkauf des Wachses, welches von den Bienen produziert wird, an umliegende Einrichtungen, welche Kerzen und andere wachsbasierte Produkte herstellen.

Aktivitäten und Projektziele

Alle Aktivitäten werden von der Genossenschaft selbst durchgeführt und liegen in der Verantwortung der Mitglieder von COAPISA. Dies sind konkret die Installation derDSCN3928 Bienenhäuser sowie die Suche nach und der Transfer von Schwärmen. Die Sicherheit der Bienenhäuser wird durch einen angestellten Wachmann sowie eine Gruppe von drei Mitgliedern der Genossenschaft täglich gewährleistet. Das Material und das technische Equipment muss durch externe Geber bereitgestellt werden, sodass die Genossenschaft ihre Ziele erreichen kann. Zunächst möchte die Genossenschaft Arbeit für ihre Mitglieder schaffen und die Produktion langsam steigern, bis sie nach einem Jahr mindestens 800 Kg qualitativ hochwertigen Honig auf den lokalen Märkten im Sektor Save verkaufen können.

Wenn der Honig fertig ist, wird sich ein Expertenteam, das in der Gruppe existiert, um die Honigextraktion kümmern. Zusätzlich können die Mitglieder der Genossenschaft Einkommen generieren und teilen, um bspw. die Ausbildung ihrer Kinder zu zahlen, die Krankenversicherung zu bezahlen und um die Bienenhäuser zu erweitern, um nachhaltiger zu wirtschaften. Um voll vom Markt zu profitieren, möchte die Genossenschaft einen Verkaufsstand an der Straße Huye-Kigali öffnen, sodass Reisende ihren guten Honig kaufen können, der seine Einzigartigkeit der grandiosen Flora von Save verdankt.

Unsere Fördermaßnahmen

  • 2016:
    Ausbau der Bienenzucht durch die Erweiterung der Bienenstöcke durch die Installation geeigneter Dächer, Installation moderner Bienenstöcke, Suche und Transfer von neuen Bienenstämmen, Pflanzung von Früchte tragenden Pflanzen und Zierpflanzen im Umfeld der Bienenstöcke.
    Projektkosten: 4.573,17 Euro.

Ansprechpartner:

Thilo Leonhardt
Telefon: 02661 9847742
E-Mail: thilo.leonhardt@ruandahilfe-hachenburg.de