1. Projektinformationen
1.1 Kontext / Problemstellung

Hintergrundinformationen
Die registrierte Kooperative der Jugend für lokale Entwicklung („Cooperative des Jeunes pour le Development Local“, COJEDEL) existiert seit 2014. Ihre Werkstatt ist im Jugendzentrum Gisagara ansässig. Ihre Arbeit besteht vor allem aus der Produktion von Sandalen, Ohrringen, Rucksäcken sowie Gürteln. Diese Produktion umfasst sämtliche Schritte vom Kauf des erforderlichen Kuhleders bis hin zum fertigen Produkt. Das Leder wird in den nahegelegenen Ländern Kenia, Tansania und Uganda sowie teilweise ebenfalls in Ruanda selbst hergestellt. Gekauft wird es Kigali, wo zwei große Lieferanten ansässig sind. Neben dem Kuhleder wird auch Kunstleder verwendet, welches deutlich kostengünstiger ist. Bei ihrer Gründung bestand die Gruppe aus je sechs Frauen und Männern. Derzeit zählt die Gruppe 26 Personen, von denen 15 weiblich, fünf männlich und allesamt noch jung sind. Diese Gruppe unterteilt sich in 14 feste Mitglieder (7 Frauen/ 7 Männer) sowie 12 Bewerber (10 Frauen/ 2 Männer). Zum Teil verließen sie die weiterführende Schule frühzeitig, andere der jungen Erwachsenen leben mit Behinderungen. Die Kooperative teilt den Profit unter ihren Mitgliedern, die ebenfalls die Investitionen tätigen, auf und ermöglicht es ihnen so, den Lebensstandard zu verbessern und die Krankenversicherung zu bezahlen. Die Bewerber auf eine Mitgliedschaft kriegen eine Vergütung für ihre Arbeit. Aufgrund dieses Lohnsystems ist die Motivation unter den Mitarbeitern sehr groß. COJEDEL verfolgt das Ziel, sämtliches Wissen mit weiteren jungen Menschen aus der Gegend zu teilen, um sie im Kampf gegen Armut zu unterztützen.
Die Hauptabsatzmärkte der Kooperative sind die Distrikte Gisagara, Huye und Nyanza sowie die Hauptstadt Kigali. In Gisagara verkaufet sie regelmäßig an einem eigenen Stand auf dem lokalen Markt ihre Produke. Auch an Ausstellung auf nationalem Niveau sowie im Nachbarland Uganda hat die Kooperative bereits teilgenommen. Dies zeigt, dass die Mitglieder bereits in der Lage sind, ihre Waren herzustellen, zu vermarkten sowie zu vertreiben. Die Belange der Gruppe werden vor allem von einem gewählten Kommitee geleitet, was sich aus einem Präsidenten/in, einem Stellvertreter/in und einem Sekretär/in geleitet. Zusätzlich gibt es ein Gremium, das diese Personen in ihrem Amt kontrolliert. Die Kooperative ist in ihrem Handeln unabhängig und hat keinen Besitzer o.ä.

Problemstellung
Bis heute produziert die Kooperative ausschließlich mit der Hand, auch weil ihre Ausstattung veraltet ist. Dieser Umstand macht es unmöglich, die große Nachfrage mit Waren zu bedienen. Dabei ist diese in Ruanda, dem Land mit der höchsten Bevölkerungsdichte Afrikas, besonders groß. Auch die Qualität der Waren ist bisher eher durchschnittlich. Das große Potenzial von COJEDEL ist mit dem derzeitigen Equipment daher nur begrenzt entfaltbar. Auch neue Jugendliche können nur ausgebildet und aufgenommen werden, wenn auch Umsatz und Profit steigen. Der Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit und Armut kann also nur ausgeweitet werden, wenn COJEDEL externe Unterstützung erhält.

Lösungsvorschlag
Die jetzige Ausstattung der Werkstatt ist veraltet. Um die Qualität der Waren zu verbessern, sind neue Ledernäh- und Schleifmaschinen dringend notwendig. Ergänzend dazu und um innovativere Produktionen zu ermöglichen, ist eine Tour zu Studienzwecken durch Ruanda angedacht, während der die Mitglieder der Kooperative andere Werkstätten besuchen, neue Eindrücke sammeln und ihre Arbeit vergleichen können. Wenn die Qualität dann stimmt, kann auch aufgrund der Maschinen die Quantität erhöht und der Umsatz gesteigert werden. Dadurch wäre es dann möglich, mehr Mitglieder aufzunehmen und somit mehr Menschen von der Arbeit der Kooperative profitieren zu lassen. Ingesamt würde COJEDEL wettbewerbsfähiger werden und ein Beispiel für andere handwerkliche Kooperativen sein.

1.2 Aktivitäten und Ziele des Projekts
Um die Kooperative in ihrer Arbeit zu unterstützen Bedarf es der Anschaffung von je drei Leder-Nähmaschinen und Schleifmaschninen für Leder sowie der einmaligen Versorgung mit neuen Fellen. So würde die Produktivität erhöht und ausreichend Kapital für die Aufnahme weiterer Mitglieder, die in der Lederverarbeitung ausgebildet werden sollen, geschaffen werden. Über das notwendige Know-How verfügt COJEDEL aufgrund der Erfahrung ihrer 13 Mitglieder bereits. Mit dieser Maßnahme werden die Lebensstandards und das gesundheitliche Wohl aller beteiligten Jugendlichen gesichert und verbessert. Da die Kooperative es sich zum Ziel gemacht hat, ihre Waren preislich so anzusetzen, dass sich alle Ruander diese möglichst leisten können, profiteren von den Anschaffungen nicht nur die involvierten Personen, sondern letztlich auch eine größere Anzahl an Kunden. Da viele ausländische Produkte auf dem Markt sind, wäre dieses Projekt auch ein Zeichen, dass „made in Rwanda“ möglich und zukunftsfähig ist.

1.3 Zusammenfassung
Aktivitäten • Anschaffung von je drei Leder-Nähmaschinen und Schleifmaschninen sowie 240 Kuhfellen, um die Produktion zu modernisieren.
• Eine Fortbildungsreise durch Ruanda, auf der andere Werkstätte besucht werden um Ideen für Innovation zu sammeln und die Qualität der Produktion zu vergleichen.
Ziele • Ausbildung weiterer Jugendliche, damit mehr Menschen in Arbeit sind und an dem Profit der Kooperative beteiligt werden.
• Sicherung und Verbesserung der Lebensstandards sowie des gesundheitlichen Wohls aller Mitglieder der Kooperative.
• Anfertigung von qualitativ hochwertiger und innovativer Ware, um wertbewerbsfähig zu sein und den Umsatz zu steigern; Ein Zeichen dafür setzen, dass „made in Rwanda“ realisierbar und zukunftsfähig ist.
Dauer Ein Jahr

2. Beteiligte
Projektträger / Partner Cooperative des Jeunes pour le Development Local
Zielgruppe Derzeitige und zukünftige Mitglieder der COJEDEL
Partner in RLP Ruandahilfe Hachenburg e.V.
Projektverantwortlicher Espérance Muteteli