Die katholische Schwesterngemeinschaft Abizeramariya in Ndora wurde bereits im Jahr 1956 gegründet. Die Pflege und Versorgung bedürftiger Senioren ist seither einer der Grundpfeiler des karitativen Engagements der Gemeinschaft. Schon kurz nach der Gründung begannen die Schwestern im Jahr 1958 damit, vereinsamte und mittellose Senioren aufzunehmen. Das Heim für Senioren in Gisagara ist damit das älteste von insgesamt sechs Einrichtungen dieser Art, die von den Schwestern in verschiedenen Teilen des Landes betrieben werden. Die Arbeit der Schwestern in ihren Heimen konzentriert sich auf die am stärksten von Armut betroffenen und vom Alter gezeichneten Menschen: Senioren, die ihre Familien verloren haben, stehen oftmals vollkommen mittellos und ohne Obdach da. Dieses Problem der Altersarmut ist im afrikanischen bzw. ruandischen Kontext besonders gravierend. Hier ist es in der Regel die Familie, die sich um die älteren Angehörigen kümmert. Wer übernimmt aber deren Versorgung, wenn die Familienange-hörigen tot oder verschollen sind?
Diese Problemstellung hat sich in der jüngsten Geschichte Ruandas nochmals verschärft. Viele Senioren, die heute ein Obdach und eine essenti-elle Versorgung durch die Schwestern erhalten, haben ihre Familien größtenteils oder ganz im Genozid von 1994 und den anschließenden Wir-ren verloren. Der Bedarf nach einer würdigen Un-terbringung, Ernährung, medizinischer Versor-gung und Gemeinschaft mit anderen ist groß.
Das Seniorenheim der Schwestern in Gisagara beherbergt gegenwärtig 39 Menschen, 25 Frauen und 14 Männer. Von diesen 39 pflegebedürftigen Menschen sind 37 gar nicht mehr in der Lage, sich auf irgendeine Art und Weise selber zu versorgen. Die älteste Person im Heim heißt Thérèse; sie ist stolze 90 Jahre alt und bereits seit 1994 bei den Schwestern unterge-bracht. Erfahrungsgemäß ist die Nachfrage nach einer Betreuung durch die Schwestern viel größer als ihre Kapazitäten zur Aufnahme Bedürftiger. Somit ist es die Kirche in Zusammenar-beit mit den lokalen staatlichen Stellen (die Verwaltung im Sektor Ndora), die Menschen für eine Aufnahme bei den Schwestern vorschlagen.
Drei Schwestern und vier weitere Hilfskräfte kümmern sich um die Senioren. Sie übernehmen dabei alle Aufgaben, die zur Versorgung und Pflege der alten Menschen nötig sind: Das Anzie-hen, Waschen, Kochen, Reinigen der Einrichtungen und die einfache medizinische Behandlung der Senioren von Gisagara liegt in ihrer Verantwortung. Manchmal sind wenige der Senioren noch in der Lage bei kleineren Arbeiten – beispielsweise in der Küche – mitzuhelfen.

Unsere Fördermaßnahmen

  • 2015:
    Anschaffung neuer Betten, Matratzen und Bettwäsche sowie neuer Rollstühle und Medikamente. Projektkosten: 5.000,00 Euro.

Ansprechpartner:

Thilo Leonhardt
Telefon: 02661 9847742
E-Mail: thilo.leonhardt@ruandahilfe-hachenburg.de