Die Ecole Primaire Muyira befindet sich in der Südprovinz Ruandas, einige Kilometer hinter Butare in Richtung dem Distriktort Gisagara. Sie ist auf den letzten Kilometern über eine gut befahrbare Piste zu erreichen. Von Kigali beträgt die Fahrzeit über 2 ½ Stunden. Zusammen mit zwei weiteren Schulen der Region wurde die Grundschule in Muyira von der Distriktverwaltung Gisagara als besonders förderungswürdige Schule vorgeschlagen.

Die Schule wurde im Jahr 1952 von der katholischen Kirche gegründet und 1967 vom ruandischen Bildungsministerium MINEDUC anerkannt. Heute besuchen 1.185 Kinder (512 Mädchen und 673 Jungen) die Grundschule in Muyira. Von den Kindern sind 98 Waisen. Der Unterricht wird von 12 Lehrkräften geleitet. Nach Angaben des Direktors, Egide Nibatege, liegt das Jahresbudget der Schule bei 5.400.000 FRW (etwas über 7.000.- Euro). Lehrergehälter werden vom Distrikt bezahlt. Ein Grundschullehrer erhält 40.000 FRW monatlich (ca. 52.- Euro). Die Ecole Primaire Muyira hat ein sehr großes Einzugsgebiet. Sie bietet den vom ruandischen Staat vorgegebenen Unterricht der ersten sechs Klassen. Es besteht Schulpflicht und der Besuch der Grundschule ist frei von Schulgebühren. Die Schule würde gern mehr Schüler aufnehmen. Ausreichend Klassenräume für die ständig steigende Schülerzahl sind allerdings nicht vorhanden. Dazu soll auch die Grundschule in Muyira das Unterrichtsangebot auf „9-years-basic-education“ erweitern. Die Bereitstellung zusätzlicher Infrastruktur wird damit dringend erforderlich.

Problemstellung

Die Schule besteht aus sechs Gebäuden mit insgesamt 22 Klassenräumen. Nur ein Gebäude mit drei Klassen entspricht den Child-Friendly-School-Standards und den heutigen Bauvorgaben des ruandischen Bildungsministeriums. Der Bau in Zementblock-Bauweise wurde vom Distrikt Gisagara finanziell unterstützt und war bei einem ersten Ortstermin an der Schule im Dezember 2015 noch nicht fertiggestellt. Die restliche Infrastruktur in Muyira ist älter, in Ziegelbauweise oder aus Lehmziegeln gebaut und alle Gebäude sind zumindest renovierungsbedürftig. Zwei Gebäude mit sechs Klassen in Lehmziegelbauweise sollen abgerissen werden, da sie kaum noch für den Unterricht zu nutzen sind. Die Klassen sind klein und dunkel. Die Fenster mit Holzläden ermöglichen auch in geöffnetem Zustand keine gute Belichtung. Die Ziegel-Dachdeckung auf den unbearbeiteten Holz-Dachträgern ist undicht. Eindringendes Regenwasser hat Schulmöbel und den abgenutzten Betonboden weiter beschädigt. Nur 12 Klassenräume bieten eine gute Lernumgebung für die über 1.100 SchülerInnen. Generell findet der Unterricht der Primarstufe in zwei Tagesschichten am Vor- und am Nachmittag statt. Die Klassengrößen liegen trotzdem oft bei 50 Kindern pro Klasse. Für die gesamte Schülerzahl stehen in Muyira 24 Latrinenkabinen zur Verfügung, deren Zustand als mangelhaft angegeben wird.

Lösungsvorschlag

Zusammen mit den Verantwortlichen der Schule wurden der Bau von drei Klassenräumen und die Installation einer Regenwasserzisterne vorgeschlagen.

Ziel ist die Verbesserung der Unterrichtsbedingungen für die jungen Schülerinnen und Schüler und die Verbesserung der Lernbedingungen an der Ecole Primaire Muyira. Die Schaffung neuer Schulinfrastruktur kann den angestrebten Wechsel der Grundschule zur „9-years-basic-education“ erleichtern und ermöglichen, in Muyira das zusätzliche Bildungsangebot der weiterführenden Klassen anzubieten.

Die Schule wird, zusammen mit der Elterngemeinschaft, die Vorbereitung des vorgesehenen Baugeländes für den Neubau organisieren. Über die Bauabteilung des Koordinationsbüros der Partnerschaft Rheinland-Pfalz/Ruanda wird die Bauumsetzung nach einem beschränkten Ausschreibungsverfahren an eine lokale Baufirma vergeben und die einzelnen Bauabschnitte kontrolliert und dokumentiert.

Die Zisterne mit 10m³ fängt abfließendes Regenwasser der Dachflächen auf und stellt es als Brauchwasser bereit. Damit wird auch verhindert, dass Regenwasser unkontrolliert abfließt, wodurch Schäden an umliegenden Alt- und Neubauten entstehen können.

Eindrücke vor Beginn der Fördermaßnahme